Wortezauber Magazin

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Hier erwarten dich spannende Informationen rund um die Themen Texten & Schreiben, Layout & Webdesign, Kommunikation & Marketing. Erfahre aktuelle Seminarankündigungen und Neuigkeiten aus dem Wortezauberreich. Freu dich auf nützliche Tipps, die du direkt auf deine Projekte anwenden kannst. Und natürlich hörst du hier die eine oder andere Meinung. Lass dich inspirieren – viel Spaß!

Juni 2020

Journalistische Artikel schreiben digital und analog.

Journalistische Artikel schreiben: So geht’s

Fünf top Tipps unterstützen dich im Schreibprozess.

Text: Maike Hartmann

Journalistische Artikel schreiben erfordert ein gewisses Feingefühl. Wie bei den meisten Dingen, braucht es auch beim journalistischen Schreiben Zeit, bis du den Dreh raus hast. Übung macht den Meister! Dennoch bestehen gute journalistische Artikel aus entscheidenden Elementen, die du in deine Texte einbauen solltest. Was ist in einem journalistischen Artikel ausschlaggebend? Und worauf sollte ich achten? Die folgenden fünf Tipps helfen dir im Schreibprozess. Und schärfen dein journalistisches Feingefühl.

1. Schreib konkrete und starke Überschriften

Die Überschrift ist die Tür zu deinen Texten. Sie zieht die Aufmerksamkeit deiner Leserinnen auf sich und weckt ihr Interesse an deinen Artikeln. Was solltest du bei deinen Überschriften beachten? Besonders in journalistischen Artikeln empfiehlt es sich:

  • Bleib konkret und halte dich kurz. Überschriften bestehen im Schnitt aus sieben Wörtern.
  • Bleib spannend und mache neugierig. Gute Überschriften geben einen Vorgeschmack, auf das, was die Leserin im Artikel erwartet.

Wenn du mehr über Überschriften und Zwischenüberschriften erfahren möchtest, und wie du sie am besten anwendest, dann lohnt sich ein Blick in den Wortezauber-Artikel Überschriften: So schreibst du starke Headlines. Oder hol dir gleich das Wortezauber-Überschriftenpapier. Es enthält zehn nützliche Headline-Vorlagen, inklusive Beispielsatz und Hinweisen, wo du die Überschrift am besten anwenden kannst.

2. Mach Absätze

Um deinen journalistischen Artikel lesbarer zu machen, sind Absätze wichtig. Absätze unterteilen und ordnen deine Themen in einzelne Blöcke, die du mit Hilfe von Zwischenüberschriften noch lesefreundlicher machst. Achte dabei wieder auf die Länge: Ein Absatz sollte nicht länger als drei bis fünf Zeilen und 150-200 Wörter sein. Somit ist dein Artikel lesbarer fürs Auge und verspricht eine angenehmere Leseerfahrung für dein Publikum. Übrigens: Suchmaschinen lieben Absätze und Zwischenüberschriften auch.

3. Beantworte W-Fragen

Der Inhalt ist das Entscheidende deines Textes. Ein journalistischer Artikel sollte informativ und strukturiert sein. Um dies auf einfachstem Wege zu bewerkstelligen, helfen dir die allseits bekannten W-Fragen:

  • Wer spielt eine zentrale Rolle/wer handelt?
  • Um was geht es/was geschieht?
  • Wann fand es statt/soll es sein?
  • Wo spielt es/wo finden sie mehr Informationen?
  • Wie kam es dazu/wie hilft meinen Leserinnen das Thema?
  • Warum geschieht es?
  • Wozu ist es relevant?

Durch die W-Fragen kannst du deinen Text thematisch ordnen und übersichtlicher gestalten. Sie helfen dir, deinen Fokus nicht aus den Augen zu verlieren.

4. Fokussiere dich auf Fakten

Um journalistische Artikel zu schreiben, ist eine ausführliche Recherche notwendig. Denn korrekte Informationen sind das A und O in deinen journalistischen Texten. Ohne seriöse Recherche sind Probleme vorprogrammiert! Das schadet nicht nur der Sache, und bringt Falschmeldungen in Umlauf, sondern schädigt auch den Berufsstand der Journalisten. Verlässliche Quellen sind hier das Stichwort. Beziehe dich in deinen journalistischen Artikeln auf nachgewiesene Fakten von vertrauenswürdigen Seiten. Um auf Nummer Sicher zu gehen, ist es ratsam, auf die jeweilige Quelle mit Namen und Links zu verweisen.

5. Verwende eine einfache Satzstruktur

Ein journalistischer Artikel sollte informativ sein – schließlich möchtest du deinen Leserinnen interessante, hilfreiche Themen vermitteln. Die richtige Satzstruktur ist hier ausschlaggebend. Um deinen Leserinnen das Lesen zu vereinfachen, helfen kurze und möglichst einfache Sätze. Ein bis zwanzig Wörter pro Satz sind ausreichend für ein angenehmes Leseerlebnis. Auch bei der Wortwahl solltest du ein aufmerksames Auge haben: Substantivierungen und Füllwörter sind deine Feinde! Lange Ausschweifungen zur Verdeutlichung von Aussagen, tragen dabei gewissermaßen zur Unverständlichkeit des Textes bei, wobei die Klarheit dessen Sinns daraufhin keineswegs infolgedessen profitiert. Fällt dir etwas auf?

Gefallen dir unsere fünf top Tipps? Und über welche Themen möchtest du im Wortezauber-Magazin mehr erfahren? Schreib uns über text@wortezauber.de

Über die Freude am Schreiben und die Macht der Worte – Interview mit Soham, Teil 3

In Teil 1 und Teil 2 des Wortezauber-Interviews hatte Soham über Kreativität gesprochen. Und eine Empfehlung gegeben, wie du mehr Ruhe findest und in den kreativen Flow kommst. In Teil 3 spricht Soham über die Freude am Schreiben. Und die Macht der Worte.

HINWEIS: Das Interview mit Soham haben wir per Videoschalte geführt. Die Leseversion im Folgenden ist ein Transkript des Videos.

Rohita: Was würdest du sagen, wie groß ist die Macht der Worte?

Soham: Nun ja, wie ich gesagt habe, die Worte selbst haben keine Macht. Die Macht ist, was hintern den Worten steckt, was sie erzeugt. Swamiji hat seine Autobiografie geschrieben. Und wenn man die Autobiografie liest, ist sie so aufregend, so lebendig. Er transportiert uns in eine andere Welt, stellt uns Leuten vor, die wir sonst niemals gekannt hätten und er wählt Worte. Aber es sind nicht die Worte, es ist die Energie hinter den Worten, die Energie, die die Worte erzeugt – und sie werden lebendig. Es ist fast so als würden die Worte aus dem Blatt springen, so lebendig sind sie.

Und Swamiji ist kein kreativer Schreiber, er ist ein sehr einfacher Mann in seinem Schreiben. Und er schreibt noch nicht mal in seiner eigenen Sprache, er schreibt in seiner Zweitsprache. Aber es verringert nicht die Kraft der Worte. Also, wir schauen uns Worte an, wir schauen sie uns aus anderen Blickwinkeln an. Es gibt literarische Werke, die Klassiker sind. Und sie sind Klassiker, weil sie immer noch lebendig sind. Sie berühren uns immer noch. Es ist das gleiche mit Musik, mit Kunst, mit der Bildhauerei: Es geht darum, was mit dem Künstler passiert, wenn er oder sie als Medium für diese Kunst agiert. Die Person wird leer. Der Autor wird leer und aus dieser Leere heraus fließt Kreativität.

Rohita: Vielleicht noch eine Frage: Hast du einen Tipp für alle, die sich jetzt im Moment durch Angst blockiert fühlen?

Soham: Meditieren. Meditation ist der Schlüssel, der alles öffnet. Denn was ist Angst? Angst ist körperbezogen, so wie „Ich habe Angst, dass ich sterbe!“ Nun ja, dieser Körper wird sterben. Das steht fest. Es gibt niemanden, der diesem Leben lebend entfliehen kann. Wir sind alle terminal. Also wo ist das Problem? Warum sind manche Leute ängstlich und andere nicht? Haben wir Angst vorm Sterben oder Angst vorm Leben?

Haben wir Angst, diese Identifikation zu verlieren, diese falsche Identifikation? Wir werden sie verlieren, es ist unvermeidlich. Aber wenn wir es verlieren, während wir noch in dem Körper leben, werden wir frei. Wenn wir warten sie zu verlieren, bis der Körper gestorben ist, sind wir nicht frei, wir müssen in einem anderen Körper wiederkehren. Dann machen wir das Ganze noch mal. Dies ist die Möglichkeit, dieses Leben für die höchste Kreativität zu nutzen. Als Ego zu sterben, während man immer noch in einem Körper lebt. Swamiji starb vor 25 Jahren, und du hast noch nie jemanden gesehen, der noch lebendiger ist, noch glücklicher und noch friedlicher. Das ist unser Potential, und danach hungert es uns allen, denn nichts, das weniger wäre, ist zufriedenstellend.

Rohita: Vielen Dank, Soham, für deine Zeit und für alles was du gesagt hast, das ist wirklich toll!

Soham: Cool, ich weiß diese Gelegenheit zu schätzen.

Rohita: Hast du noch irgendetwas, was du dazutun möchtest oder was, das dir jetzt wichtig ist?

Soham: Ich bin leer.

Rohita: Okay, dann ganz ganz herzlichen Dank!

Du hast Teil 1 und Teil 2 verpasst hast? In Teil 1 spricht Soham darüber, wie du Ruhe im hektischen Alltag findest. Und in Teil 2 spricht er über den kreativen Flow. Dir hat die Serie gefallen? Lass es uns wissen: Schreib an text@wortezauber.de.

INFO: Soham ist ein spiritueller Meister und wurde 1941 in San Francisco geboren. In frühen Jahren wurde er ein Schüler Oshos. Seit 1998 gibt Samarpan in Deutschland, Österreich und der Schweiz Satsang. Mehr Infos unter soham.one.

Überschriften an einer U-Bahnstation, Bildrechte: pixabay/Free-Photos

Überschriften: So schreibst du starke Headlines

Überschriften sind das erste wesentliche Textelement, das deine Leserinnen lesen. Es ist wie am Zeitungsstand am Kiosk: Die Headline ist das größte Textelement, das ins Auge fällt. An ihr entscheidet sich, ob das Interesse der Kundinnen geweckt ist oder ein Kaufimpuls entsteht. Im Web ist es genauso: Große Überschriften fallen dir zuerst auf. Und von hier aus entscheidest du, ob du weiterliest oder nicht. Deshalb solltest du bei deinen Texten darauf achten, dass deine Überschriften ziehen. Aber wie formulierst du starke Headlines, damit deine Leserinnen zu Kundinnen werden?

Die Überschrift: Das sind die Grundregeln

Überschriften sind eher kurz, aussagekräftig und prägnant. Besonders im Web gilt: je konkreter je besser. Im Print kannst du etwas mehr spielen, weil du hier Suchmaschinen nicht aus Versehen in die falsche Richtung führst – mit Wortspielen oder Wortwelten. Wortezauber ist ein gutes Beispiel dafür: Hier kann (und will) ich mit Magie und der Zauberwelt spielen. Aber wenn jede Headline auf der Webseite einen Begriff mit Zauberei enthält, könnte die Suchmaschine denken: „Ach hier geht’s ums Zaubern.“ Und dass ich eine Hobbyzauberin sei. Dabei liegt mein Fokus auf dem Schreiben und dem Text.

Grundsätzlich empfehle ich dir, konkret zu schreiben und auf den Punkt zu kommen. Die Überschrift ist deshalb so wichtig, prägnant und auch schwierig zu texten, weil sie wie die Tür zu deinem Einkaufsladen ist. Weckt sie kein Interesse, gehen die Kundinnen vorbei. Es lohnt sich, hier etwas Aufmerksamkeit zu investieren. Bevor du startest, mach dir klar:

Die Überschrift:

  • enthält eine Neuigkeit oder den Hauptvorteil
  • ist kurz und verständlich
  • ist konkret
  • bietet einen Leseanreiz, macht neugierig oder überrascht
  • enthält im Web die wichtigsten Keywords

Extra-Tipp: Achte darauf, dass deine Überschrift auch deswegen kurz ist, damit sie mobil nicht über drei Zeilen geht. Versuch mal, ob du mit 3-7 Wörtern hinkommst.

Was sind h1-Überschriften?

h1 Überschriften sind die größten Überschriften im Internet. Im Web gliedern sich die Überschriften in verschiedene Größen: h1 ist die Größte. Und dann geht die Abstufung weiter über h2, h3, h4, h5 und h6. h6 ist demnach die kleinste Überschrift. Dein CMS (Contentmanagement System) sollte Beispiele der Überschriftengrößen automatisch anzeigen. In Wordpress kann ich bei der Textformatierung wählen zwischen: Überschrift 1, 2, 3, 4, 5, 6 und Absatz (=Fließtext).

Achte darauf, dass du auf jeder Webseite (Inhaltsseite) mindestens eine Headline der Hierarchie h1 vergibst. Verwende aber nicht für jede Überschrift diese Größe. h1 ist zwar die SEO-relevanteste Headline. Aber du sollst dennoch deinen Content nach Relevanz strukturieren. Mithilfe der unterschiedlichen Textformatierungen (Absatz und h1-h6) gelingt es dir, die Leserinnen zu führen und auch der Suchmaschine zu signalisieren, wie dein Inhalt gewichtet ist. Für h1-Überschriften solltest du keywordorientiert denken. Lade dir das Wortezauber-Überschriftenpapier runter, damit du weißt, was gemeint ist.

Was sind Zwischenüberschriften?

Zwischenüberschriften sind kleinere Überschriften, die innerhalb deines Fließtextes auftauchen – so wie in diesem Artikel „Was sind Zwischenüberschriften“. Zwischenüberschriften strukturieren deinen Text und machen ihn lesefreundlicher für deine Leserinnen. Erstens sind Absätze angenehmer fürs Auge, leichter zu erfassen. Zweitens erleichtern Zwischenüberschriften das Scannen einer Website. Und sie informieren Leserinnen in Kurzform, was sie in dem Abschnitt zu erwarten haben.

Wusstest du, dass der Lesevorgang aus Scannen und Lesen besteht? Wir scannen in der Regel eine Seite durch, bevor wir in Inhalte tiefer einsteigen. Die Zwischenüberschrift hilft dabei, eine Entscheidung zu treffen: Ob der Abschnitt das enthält, was ich suche und mich interessiert. Oder ob ich ihn überspringen und Zeit sparen kann. Im Idealfall wollen deine Leserinnen natürlich alle deine Abschnitte lesen. Aber du weißt ja, wie es mit der Aufmerksamkeit im Web ist. Also, mach es deinen Leserinenn leicht, indem du Zwischenüberschriften verwendest. Yoast (SEO-Wordpress-tool) empfiehlt übrigens eine Länge von 150-200 Wörtern je Absatz. Für Zwischenüberschriften eignen sich übrigens W-Fragen gut. Das Wortezauber-Überschriftenpapier gibt Aufschluss.

Welche Überschrift passt?

Es gibt verschiedene Arten von Überschriften. Welche sich für deinen Zweck und dein Angebot am besten eignet, hängt davon ab, wo, für welches Angebot und für welche Zielgruppe du sie einsetzen möchtest. Für den Newsletter eignen sich zum Beispiel Betreffzeilen, bei denen das Wichtige vorne steht. Im Print-Magazin kannst du mehr spielen. Je nach Angebot und Zielgruppe ist dein Wording seriöser oder flappsiger. Du siehst: Es gibt keine Generalantwort auf diese Frage. Wenn du mehr zum Wording für deine Zielgruppe wissen willst, besuch am besten ein Wortezauber-Seminar. Und um die passende Überschriftenart zu finden, hilft dir das Wortezauber-Überschriftenpapier weiter. Das erhältst du als Geschenk, wenn du dich in den Newsletter einträgst. Das Überschriftenpapier enthält 10 Überschriftenvorlagen mit Angaben über die jeweilige Stärke der Headline und für welches Medium und welche Textart sie besonders geeignet ist, inklusive Beispielsatz. Es ist ist gratis.

Überschriften, die verkaufen

Weil du dich bei Wortezauber herumtreibst, ist es sehr wahrscheinlich, dass du dich fürs Texten interessiert, um dein Angebot zu verbreiten. Welche Überschriften verkaufen? Überschriften konvertieren, wenn sie den Nerv und das Bedürfnis deiner Zielgruppe treffen. Überschrifenarten wie: "Hauptaspekt mit Turbo", "Vorteil-/Nutzenorientiert", "Deskriptiv", "Personalisieren" und "direkte Ansprache" sind hierfür die wohl geeignetsten. Lade dir das Wortezauber-Überschriftenpapier herunter, um besser zu verstehen, was genau damit gemeint ist. Und um Überschriften-Ideen für dein Projekt zu sammeln.

Überschriften, die neugierig machen

Überschriften sollten generell neugierig machen. Wir hatten ja weiter oben schon gesagt, dass die Überschrift darüber entscheidet, ob Kundinnen weiterlesen oder nicht. Und es gibt fünf Motive, warum Menschen lesen:

  • aus Neugier
  • weil sie etwas Bekanntest erkennen und informiert bleiben wollen
  • um einen Vorteil oder Nutzen zu erhalten
  • weil sie eine schnelle Info brauchen
  • aus Angst oder weil sie müssen

Den letzten Punkt empfehle ich dir eher nicht – das ist eine Haltungsfrage. Aber grundsätzlich funktionieren alle. In jedem Fall sollte deine Headline eines dieser Motive bedienen. Von der Überschriftenart sind fürs Neugierigmachen wohl am ehesten die "So-/Wie-Headline", "Fragemechanik" und "starke Sätze" geeignet. Lade dir das Wortezauber-Überschriftenpapier herunter, um mehr darüber zu erfahren und Headlines auf den Punkt zu texten.

Wie werden Überschriften geschrieben?

Überschriften sind wichtige Textplätze. Es lohnt sich, hierfür Zeit zu investieren. Aber es ist auch leichter als du denkst. Die Überschrift ergibt sich immer aus dem wesentlichen Inhalt oder ist zumindest damit verknüpft.

Überschriften – so geht’s:

  1. Finde heraus, was das Wichtigste, Wesentliche, die Neuigkeit ist, die du mitteilen möchtest und worum es geht. Versuch die Essenz herauszufiltern. Vielleicht dreht sich deine message um Freiwilligenarbeit im Ausland oder um Überschriften.
  2. Lade dir das Wortezauber-Überschriftenpapier herunter und wende einer der Überschriftenvorlagen an.

Fertig.

Ich hoffe, du hast ein paar gute Anregungen aus dem Artikel mitnehmen können und hast es in Zukunft einfacher, wenn du Überschriften schreiben willst. Falls du Tipps, Anregungen oder Vorschläge hast, welche Themen du hier im Wortezauber Magazin lesen möchtest, schreib uns an text@wortezauber.de.

Falls du dir das Wortezauber-Überschriftenpapier herunterladen möchtest: jederzeit gern. Das geht hier über den Link. Und es ist für dich kostenlos. Hinweis: Für das Überschriftenpapier trägst du dich automatisch in den Wortezauber-Newsletter ein. Ich achte sehr darauf, dass dich möglichst nur Inhalte erreichen, die du beim Schreiben brauchen kannst. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden.

Falls du Schreib-Luft geschnuppert hast und tiefer einsteigen möchtest, schau dich bei den Wortezauber Seminaren und Feedback-Sessions um. Vielleicht sehen wir uns da. Ich würde mich freuen.

Wie finde ich in den kreativen Flow? Interview mit Soham, Teil 2

In Teil 1 des Wortezauber-Interviews hatte Soham bereits Tipps gegeben, wie du Ruhe im hektischen Alltag finden kannst. In Teil 2 erfährst du, warum das Ego der Gipfel des Nichtkreativseins ist und warum es sich lohnt, lieber auf das zu schauen, was du wirklich bist: reine Kreativität.

HINWEIS: Das Interview mit Soham haben wir per Videoschalte geführt. Die Leseversion im Folgenden ist ein Transkript des Videos.

Rohita: Machst du eine Unterscheidung zwischen „Das dient der Welt“ und „Das eher nicht“? Also ist alles gleichberechtigt gut, was ich in die Welt bringe. Oder würdest du sagen es gibt einen Unterschied zwischen dem was dem Leben dient und was sinnvoll ist?

Soham: Nun ja, das ist ein Riesen Problem, weil jeder die Welt retten will. Aber niemand möchte sich selbst retten. „Oh, ich liebe die ganze Welt“, „wie ist die Beziehung zu deinem Partner?“, „wie ist deine Beziehung zu deinen Eltern, deinen Kindern?“ „Oh, die ist nicht so gut“. Ja, die Welt – das ist einfach. Dies ist die Welt. Die Welt sind die Menschen, die mir am nächsten stehen, und ich bin derjenige, der mir am nächsten ist. Also, wenn ich nicht mit mir zufrieden bin und in Harmonie bin, wie soll ich dann Frieden in die Welt bringen? Das ist nicht möglich. Es muss hier beginnen, hier beginnt der Weltfrieden. Hier beginnt die Transformation der Welt. Es muss in jedem einzelnen von uns anfangen. Aber wir sind nicht allein.

Wir sind Teil einer großen Gemeinschaft. Die ganze Welt wacht auf - nun ja, lass es mich so sagen: Die halbe Welt wacht auf, und die andere Hälfte bekämpft es. Das ist okay. Es liegt an uns, uns mit denen zu verbinden, die bewusst erwachen, und sich keine Sorgen um die zu machen, die nicht aufwachen. Die meisten Leute wollen sich auf etwas schlechtes konzentrieren. Wir suchen Fehler bei anderen Leuten. Wenn ich Fehler bei anderen entdecke, fühle ich mich gut, denn „im Vergleich zu diesem Idioten bin ich cool“. Aber das Problem ist: Wenn ich meine Aufmerksamkeit darauf richte – auf Personen mit Fehlern – nehme ich wiederum Fehler auf. Wenn ich die Aufmerksamkeit auf einen Heiligen richte, nehmen ich die Qualitäten des Heiligen auf. Das ist das Geheimnis, das die Gurus uns lehren möchten. Das ist das Allerwichtigste, was wir je wissen können. Also, wenn wir kontinuierlich unsere Aufmerksamkeit auf diejenigen richten, die frei von Ego sind, dann verliert unser Ego langsam seine Macht, und unsere pure Seele erlangt Macht. Das geschieht automatisch. Wir beginnen, unsere eigenen Fehler zu sehen, wenn wir damit aufhören, die Fehler anderer zu sehen. Und wenn ich meine eigenen Fehler sehe, dann fallen sie einfach weg, weil sie dumm sind. Niemand will dumm sein.

Rohita: Das ist interessant was du sagst, weil es das auch schon vorweg greift, was ich dich eigentlich als nächstes fragen wollte: Mein Eindruck ist, dass die letzten Jahre sehr viel nach außen geschaut wurde; nach Status und nach materiellen Dingen, egoistische Dinge. Ich glaube, gerade heute ist die Zeit, in der wir merken, eigentlich sind auch andere Dinge wichtig, wie vielleicht Gemeinschaft oder Mitgefühl. Und du hast es gerade schon gesagt: Ist es dann der Weg, mich immer wieder dem zuzuwenden, aus dem ich diese Inspiration rausbekomme und eben nicht auf diese Fehler zu konzentrieren?

Soham: Was auch wichtig ist – nun ja, lass es mich so formulieren – was ist wichtig? Ich werde 80 Jahre alt, also dieses Leben kommt offensichtlich zum Ende: Wie lange auch immer es noch dauert, es wird nicht sehr lange sein. Der Großteil ist schon vorüber. Was bedeutet das? Das bedeutet, dass all die Sachen, die wir normalerweise als wichtig erachten, schon vorbei sind. Wenn man in meinem Alter ist, dann ist es so, als hat man schon viele Leben gehabt. Ich habe im Moment nicht wirklich mehr eine Verbindung zu irgendjemanden in Amerika. Und das ist meine ganze Welt. Alles, was ich als wichtig gehalten habe, ist bereits fort. Wenn dieser Körper stirbt, ist alles andere fort. Es ist weg. Also, wie wichtig ist es? Total unbewusst muss ich denken, dass es wichtig ist was andere über mich denken. Oder wie viel Status ich habe, wie viel Geld ich habe, wie viele Sachen ich habe. Und all das ist so temporär, sie sind innerhalb eines Wimpernschlages weg.

Je mehr du in Einklang mit dem Moment kommst, desto mehr realisierst du „Hey, das ist nicht das erste Leben, das ich gelebt habe“. Hier und da erlebst du einen Moment „Oh, zu einer anderen Zeit war ich eine andere Person!“. Also, diese Person wird auch vergessen sein. All diese Personen sind vergessen. Sie sind nicht real, sie sind nur temporär. Erst dann beginnen wir den Dingen, die langwieriger sind, mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Und das ist das, was von Körper zu Körper wandert. Wir nennen es Seele. Es ist der Teil Gottes, der in Form des menschlichen Körpers verfügbar ist. Wir kommen in einem menschlichen Körper, um zu erkennen, dass wir ein Teil Gottes sind. Dies kann nur in der menschlichen Inkarnation passieren, das ist der Gipfel der Kreativität, das ist der höchste Punkt der Meditation; diese Selbsterkenntnis, diese Befreiung. Ego ist das Gegenteil. Ego ist die Vorstellung, dass ich jemand bin, der von Gott getrennt ist. Ego ist der Glaube, dass ich dieser Körper bin, und diese Leute in meinem Leben separat sind, und auch real sind als separate Wesenseinheiten. Wenn du die meisten Menschen fragst, glauben sie, sie seien eine separate Wesenseinheit. Selbst in unseren Science-Fiction Romanen sprechen wir von Wesenseinheiten. Ich bin kein eigenständiges Wesen, oder meine Einheit, meine Tatsächlichkeit ist nur reines Bewusstsein – man könnte auch sagen, reine Kreativität.

Rohita: Danke! Ich überlege gerade, welche Frage ich als nächstes Stelle, weil mich das gerade sehr berührt hat. Vielleicht diese: Das heißt, im Grunde ist doch das, was du gerade beschrieben hast, auch das, wo ich am höchsten authentisch bin, oder? Hab ich dich richtig verstanden?

Soham: Lass mich mal schauen, ob ich deine Frage verstanden habe.

Rohita: Naja, du hattest den Unterschied beschrieben zwischen Ego, wo ich etwas nach meinem Willen machen will und wo ich vielleicht eine Meinung habe oder irgendwas in die Welt gebe. Aber dann hattest du auch beschrieben, dass ich quasi Teil von Gott bin, keine eigenständige Einheit bin.

Soham: Das Ego ist der Gipfel des Nichtkreativseins. Das Ego entbehrt jeglicher Kreativität. Das Ego ist so langweilig, so wiederholend, so roboterhaft, dass man darüber nur weinen kann. Wenn wir in unserer Kreativität sind, ist da keine Vorstellung dessen, wer ich bin. Ich meine, wir sprechen über das Schreiben als eine kreative Aktivität. Es ist so eine große Freude, mit Worten zu spielen. Aber es ist die Freude, die real ist, nicht die Worte. Es ist die Freude hinter den Worten, das Spielerische der Worte. Das ist das, was lebendig ist, das ist das, was kreativ ist. Die Worte selber können wir in jedem Wörterbuch finden. Dort sind sie nicht sehr lebendig.

Bleib dran: In Teil 3 erfährst du mehr über die Freude am Schreiben und die Macht der Worte. Und falls du Teil 1 verpasst hast: Hier spricht Soham darüber, wie du Ruhe im hektischen Alltag findest.

INFO: Soham ist ein spiritueller Meister und wurde 1941 in San Francisco geboren. In frühen Jahren wurde er ein Schüler Oshos. Seit 1998 gibt Samarpan in Deutschland, Österreich und der Schweiz Satsang. Mehr Infos unter soham.one.

Frau schreibt Tagebuch, Bildrechte: Pixabay/picjumbo_com

Tagebuch schreiben: Von der magischen Wirkung des Schreibens

Worte haben Macht. Aber nicht nur nach außen hin, für deine Produkte und Angebote. Auch nach innen. Für dich. Heute ist der Tag des Tagebuchs. Und den nehmen wir im Wortezauber Magazin zum Anlass uns näher mit dem Tagebuch schreiben zu beschäftigen. Denn auch das ist Schreiben. Und du wirst sehen, wie heilsam und wichtig es sein kann.

Warum sollte ich Tagebuch schreiben?

Dein Tagebuch bildet dein Leben ab. Deine Geschichte. Genau so, wie sie ist. Unverfälscht und authentisch. Hier wird nichts beschönigt oder gerade gebogen, damit es besser klingt. Tagebuch schreiben ist in erster Linie freies Schreiben. Das Gute daran ist, dass es genau NICHT zensiert ist. Du schreibst dir einfach von der Seele weg, was dich bewegt. Es hat keine spezielle Form. Von Notiz bis Roman, Liste bis Fließtext: Du bestimmst die Form. Hauptsache ist, sie passt zu dir und es geht dir leicht von der Hand. Auch inhaltlich gibt es keine Vorgabe: Vom Schreiben über belangloses Alltagsallerlei, über das Entwickeln von Wunschszenarien bis hin zum Verarbeiten einschneidender Erlebnisse – alles ist drin. Das Wichtige: Es tut dir gut und entspricht dir in diesem Moment.

Fröhliche oder traurige Geschichten: Das Buch deines Lebens

Es gibt Forscher und Psychologen, die heute die positive Wirkung des Tagebuchschreibens betonen. Weil es ein Ventil sein kann, das dir bei der Psychohygiene hilft. Und es kann dir helfen, deine Gedanken zu ordnen und Ereignisse zu verarbeiten. Dinge, die dich beschäftigen. Ereignisse, die waren. Etwas, das bevorsteht, dir Angst macht. Was deine Sehnsucht ist oder was du abfeierst. Etwas, das du sonst niemandem erzählst. Im Tagebuch bist du schonungslos ehrlich zu dir selbst. Und das ist, was es so gut macht. Tagebuch schreiben dient dir, mehr Klarheit zu bekommen. Dich zu sortieren und neue Perspektiven zu finden. Wie oft habe ich schon gedacht: Ich sollte mehr Tagebuch schreiben und so mir selbst zu hören. Vieles weißt du nämlich bereits in dir. Und das Schreiben hilft dir nur, schneller dahinter zu kommen, klarer zu sehen. Was dein Tagebuch in jedem Fall ist: Es ist das Buch deines Lebens.

Trauriger Ursprung: Das Tagebuch der Anne Frank

Der Tag des Tagebuchs geht auf eine besonders traurige und tragische Geschichte zurück: An ihrem Geburtstag, am 12. Juni 1942, bekam Anne Frank ein Tagebuch geschenkt. Und beschrieb fortan ihr Leben als Flüchtling und Verfolgte im Nationalsozialismus. Sie dokumentierte ihr Leben in einem Amsterdamer Hinterhaus, wo sie sich mit ihrer Familie vor den Nazis versteckte. Kurz vor Ende des Krieges fiel sie dem Holocaust zum Opfer. Ihr Vater veröffentlichte das Tagebuch später, das heute ein historisches Dokument des Holocausts, der Unmenschlichkeit und des Völkermordes ist. Der Tag des Tagebuch sollte uns daran erinnern, dass so etwas Schreckliches nie wieder geschehen darf!

Dein Tagebuch bildet deine Geschichte – wie schwierig oder schön, belanglos oder bedeutsam sie ist. Sie muss kein Mahnmal werden oder weltweit bekannt sein. Viele berühmte Tagebücher haben die Welt bereichert, inspiriert, zum Nachdenken angeregt oder für neues Handeln ermutigt. So, wie die von Kurt Cobain, Max Frisch, Erich Kästner. Aber erst im Nachhinein. Tagebuch schreiben ist in erster Linie sehr intim. Es ist für dich. Wir empfehlen dir, es auszuprobieren. Die magische Wirkung des Schreibens wird nicht lange auf sich warten lassen.

Tipps zum Tagebuch schreiben

  •  Schreib regelmäßig: So siehst du deine Entwicklung oder auch das, was wiederkehrt
  • Finde ein Format, das gut zu dir passt: Ob digital oder auf Papier, es ist empfehlenswert, dass du dich wohl fühlst beim Schreiben – sonst machst du es nicht. Falls digital dein Ding ist: Ich nutze am liebsten Scrivener zum Schreiben, weil du dort in einem Dokument alles zusammenhalten kannst. Aber natürlich gibt es auch alle möglichen Apps, wie Bear oder Evernote.
  • Falls du auf Papier schreibst, nutze einen Stift, den du magst. Gleicher Grund wie beim Format: Es muss angenehm sein – sonst machst du es nicht.
  • Schreib dich frei: Setz dir kein Limit. Erwarte nichts von dir. Schreib einfach drauf los und das, was dir in den Sinn kommt, was dich beschäftigt. Es muss nicht zusammenpassen oder besonders klug oder geordnet sein. Je mehr Freiheit du dir lässt, umso schneller groovst du dich auf deine ganz individuelle Art des Schreibens ein. Und die darf sich übrigens auch verändern. Das ist das Geheimnis.
  • Manchen Menschen hilft es, eine Routine zu entwickeln, also: Zum Beispiel jeden Morgen eine halbe Stunde lang zu schreiben. Manche mögen es spontan. Du wirst heraus finden, was dir am meisten liegt.
  • Probiere verschiedene Arten des Tagebuchschreibens aus, von Dankbarkeitsliste bis Glückstagebuch, von Reisejournal bis Wunschmanifestierer: Das, was dir Freude macht, ist das Richtige.

Du hast weitere, andere Tipps zum Tagebuch schreiben? Wir sind gespannt, sie zu hören: Schreib an text@wortezauber.de, Strichwort: Tagebuch schreiben

Wie finde ich Ruhe im hektischen Alltag? Interview mit Soham, Teil 1

Im Interview mit Wortezauber verrät Soham, wie wir die Quellen unserer Kreativität und Produktivität anregen, wie wir unsere innere Stärke auf Worte übertragen und wie wir uns in Einklang mit unserer Natur bringen.

HINWEIS: Das Interview mit Soham haben wir per Videoschalte geführt. Die Leseversion im Folgenden ist ein Transkript des Videos.

Rohita: Danke Soham, dass wir das Interview miteinander führen dürfen. Ich bin ganz aufgeregt, und auch sehr berührt. Danke, dass du dir die Zeit und die Bereitschaft nimmst, das bedeutet mir sehr viel. Danke auch an Rajma fürs Übersetzen und an Mikael für die Technik.

In meinem Job unterstütze ich Menschen dabei, die richtigen Worte für ihr Angebot oder für ihr Unternehmen zu finden. Das Handwerk ist der eine Teil, indem ich zum Beispiel sage: „Okay, schreib kürzere Sätze, benutze mehr diese Wörter und lass diese hier weg“. Aber das eigentlich Entscheidende ist das, was dahinter steht, also was ich in die Welt bringe. Und wenn etwas an sich hässlich ist, reichen schöne Wörter alleine nicht.

Soham: Ganz sicher nicht.

Rohita: Das wäre dann schon meine erste Frage: Mein Eindruck im Moment in der Corona-Zeit ist, dass ich es sehr genieße, weniger Termine und mehr Zeit zu haben. In unserer Geschäftswelt, ist alles unheimlich schnell und unterliegt so einem ‚Run‘. Besonders in dem Bereich, in dem es um Online-Themen geht, da ist es unheimlich rasant und manchmal auch sehr verrückt. Meine Erfahrung ist, dass je ausgeschlafener ich bin und je wacher ich bin, umso leichter gehen mir die Dinge von der Hand.

Eigentlich, ist es dafür gut, Pausen zu machen, genug zu schlafen, um zwischendurch den Kopf frei zu haben. Aber das deckt sich überhaupt nicht mit dem, wie der Geschäftsalltag eigentlich ist und wenn man Deadlines erfüllen muss. Meistens entsteht ja auch trotzdem etwas Produktives, aber: Widerspricht sich diese Hektik nicht mit Kreativität?

Soham: Größtenteils würde ich sagen, ja! Wenn ich in meiner Mitte bin, kommt genau da meine Kreativität durch. Dann bin ich mit der Natur verbunden, dann bin ich mit dem Göttlichen verbunden; verbunden mit meiner Intuition, mit Kreativität. Alles geschieht hier.
Ich möchte jemanden erwähnen, der Swamiji heißt. Diejenigen, die das anschauen, lesen oder anhören werden, wissen wahrscheinlich nicht wer Swamiji ist, aber er ist ein Botschafter der Gurus im Himalaja. Und er sagt uns etwas sehr Wichtiges, er gibt uns viele wichtige Tipps, die mit Kreativität, Produktivität und Zugriff auf innere Quellen zu tun haben.
Zum Beispiel ist da ein Wissen, dass die Frühmorgenstunden zwischen vier und sechs Uhr die kreativsten Stunden sind. Und ich wette, die meisten deiner Klienten wissen nichts darüber. Meistens bleiben wir lange wach oder schlafen lange, und daraufhin wollen wir kreativ sein. Wenn wir aber früh ins Bett gehen und früh aufstehen, bevor der normale Verstand arbeitet, machen wir unsere Arbeit. Und es ist unfassbar produktiv, es gibt so viel Klarheit, so viel gute Energie und da ist so viel Kreativität während dieser Stunden.

Rohita: Also wäre deine Empfehlung wirklich früh aufzustehen? Ich bin nämlich überhaupt gar kein Morgenmensch zum Beispiel.

Soham: Vor Kurzem hätte ich das auch über mich gesagt „Ich bin kein Morgenmensch“. Meine Eltern haben mir ihr ziemlich schlechtes Beispiel vorgelebt – mein Vater ist lange wach geblieben, aß spät zu Abend. Er trank Alkohol bis spät in die Nacht, und hat dann natürlich lange morgens geschlafen und sich die meiste Zeit schlecht dabei gefühlt, belastet und unwohl. Wie kann man in solch einer Situation kreativ sein? Früh aufstehen – und Swamiji empfiehlt uns zu meditierten direkt nach dem Aufstehen, das heißt irgendwann zwischen drei Uhr dreißig und sechs Uhr oder sieben Uhr, oder eigentlich zwischen drei Uhr dreißig und zehn Uhr – je früher desto besser. Ich finde, dass frühes meditieren und frühes arbeiten bestimmt, wie der ganze Tag läuft. Schon vor sechs Uhr früh bin ich schon produktiv! Schon längst erfolgreich, bevor alle anderen überhaupt aufgestanden sind. Das ist cool! (lacht)

Rohita: Also würdest du eher empfehlen, sich so einen Rhythmus selber anzugewöhnen, anstatt seinem eigenen Rhythmus zu folgen?

Soham: Nun ja, dein eigner Rhythmus ist nicht dein eigener Rhythmus. Das ist der Rhythmus, den wir gelernt haben, das ist der Rhythmus unserer Programmierung unserer Gewohnheit oder wie auch immer. Ich meine, wer sagt den Vögeln, dass sie anfangen sollen zu singen – um vier Uhr morgens. Niemand sagt den Vögeln „Hey, wacht auf, es ist Zeit aufzustehen, fangt jetzt an zu singen!“ (grinst) Es ist natürlich. Bevor die Sonne aufgeht, fängt der Himmel an heller zu werden. Und die Vögel feiern schon den Sonnenaufgang, bevor die Sonne eigentlich zu sehen ist. Die ganze Natur erwacht jeden Tag zum Leben. Wenn wir uns damit in Einklang bringen, gibt es uns enorme Energie. Die meisten auf der Welt machen das Gegenteil, und hingebungsvoll habe auch ich die meiste Zeit meines Lebens das Gegenteil gemacht. Ich habe das Gegenteil so extrem gemacht, dass ich bei Sonnenaufgang zu Bett gegangen bin und kurz vor Sonnenuntergang aufgewacht bin. Aber dies ist besser, es macht mehr Spaß, es hat mehr Energie und es hat mehr Kreativität.

Rohita: Hast du noch eine Empfehlung, was Menschen tun können, um in diesen (kreativen, Anm. d. R.) Flow zu kommen?

Soham: Ja, ich empfehle dir Samarpan Meditation. Ihr werdet gar nicht wissen was Samarpan Meditation ist, aber ich werde es euch sagen (lächelt). Sie ist ein Geheimnis, dass Swamiji vom Himalaja zurückgebracht hat. Die Gurus auf dem Himalaja haben seit 800 Jahren an ihr gearbeitet, denn ihnen reicht es nicht, dass ein paar wenige Leute ins Himalaja gehen und Befreiung erreichen. Sie sind nicht zufrieden, bis alle auf der Welt die gleichen Möglichkeiten haben, während diese in der Gesellschaft leben, während sie den gleichen Job machen, mit Partnern und mit Familie zusammen sind. Die Meditation bringt die gleichen Qualitäten des Lebens, die die Gurus im Himalaja entdeckt haben während sie in der Natur leben. Sie ist eine Methode, durch die wir das Wissen der Gurus unmittelbar empfangen können, ohne unsere Familien verlassen zu müssen und nackt im Jungle zu leben oder so. Während wir so sind, wie wir sind und das machen, was wir machen. Schritt für Schritt lernen wir – lernen ist das falsche Wort, aber es ist das einzige Wort, das mir gerade einfällt. Denn wenn wir ‚lernen‘ hören, dann denken wir an Ansammlungen von Informationen. Aber da ihr alle kreative Menschen seid, wisst ihr das besser.
Und genau darüber sprechen wir. Wir sprechen darüber, uns auf das Wissen des Universums einzustimmen. Wir sprechen darüber, uns auf Natur einzustimmen, Eins mit der Natur zu werden. Die Menschheit ist komisch geworden, wir haben uns so sehr von unserer Natur entfernt, wir werden immer mehr wie Roboter, frei von Gefühlen, frei von Kreativität, machen mechanisch das gleiche Tag für Tag. Sie (die Samarpan Meditation, Anm. d. R.) aber ist entworfen um uns zurückzubringen in unsere Natur, uns in Einklang zu bringen mit unserer Natur, und in Einklang zu bringen mit dem Wissen, das verfügbar ist. Man sagt doch, dass das Gehirn des Menschen nur etwa 10 % seiner Kapazität nutzt, und das sind die anderen 90 %. Und sie (die Samarpan Meditation, Anm. d. R.) ist ganz einfach, etwas das jeder machen kann, es braucht keine speziellen Fähigkeiten. Man setzt sich morgens eine halbe Stunde hin, und wenn man mal in Betracht zieht, was sie für direkte Auswirkungen hat, geschweige denn von den langfristigen Auswirkungen, dann ist eine halbe Stunde nichts. Wir rezitieren ein ganz einfaches Mantra: „Ich bin eine heilige Seele, ich bin eine reine Seele“. Das ist alles. Wir wiederholen das drei Mal und wir fokussieren uns auf das Kronen-Chakra, das ist alles. Alles andere wird für uns getan. Nach und nach durchdringen die Gurus unseren dicken Schädel, erwecken unsere Kreativität, bringen uns in Einklang mit unserer Natur und unser ganzes Leben beginnt aufzublühen. Es ist erstaunlich. Das ist nicht nur bei ein oder zwei Menschen so, sondern jeder mit dem ich gesprochen habe, hat positive Ergebnisse erfahren – genau so soll es sein. Die Meditation ist nicht nur für ein paar seltene Brahmanen, es ist für jeden auf der Welt, jedem Mann und jeder Frau auf der Welt. Es ist egal, was deine Religion ist, das ist kein Problem. Es ist egal welcher Nationalität du angehörst, was deine Rasse, deine Sprache ist. Oder dein Bildungsstand.

Du möchtest wissen, wie es weitergeht? Lies in Teil 2 des Interviews mit Soham, wie du mit mehr Kraft und Leichtigkeit und in den kreativen Flow findest.

INFO: Soham ist ein spiritueller Meister und wurde 1941 in San Francisco geboren. In frühen Jahren wurde er ein Schüler Oshos. Seit 1998 gibt Samarpan in Deutschland, Österreich und der Schweiz Satsang. Mehr Infos unter soham.one.

Juli 2019

Wie schreibe ich einen Songtext? Illustration zum Song Midnight Stars von Maike Hartmann

Wie schreibe ich einen Songtext?

Wortezauber fragt nach bei Sanja Baumann

Text und Interview: Maike Hartmann.

Midnight Stars heißt der Song, den meine beste Freundin, Sanja Baumann, für mich geschrieben hat. Ich habe ihn das erste Mal auf einem Wohnzimmerkonzert gehört und war sehr berührt. Es ist eine Hommage an unsere Freundschaft, das gegenseitige Vertrauen und das Gefühl von Geborgenheit.

Sanja ist Sängerin und Songschreiberin solange ich sie kenne. Texte schreiben, Melodien arrangieren, singen – darin geht sie auf. Weil ich mich in meinem Praktikum bei Wortezauber intensiv mit dem Texten beschäftige, wollte ich gerne wissen, wie Sanja wohl beim Songtext schreiben vorgeht und wie ein Musikstück entsteht. Im Interview für Wortezauber habe ich sie genau das gefragt. Wir sprechen über den Schreibprozess, die Kraft der Worte und das Zusammenspiel von Melodie und Text.

Über die Macht von Geschichten und die Wirkung des Schreibens

Als ich Sanja von dem Projekt erzählt habe, war sie ganz aufgeregt: Sie freut sich, mir von ihren Erfahrungen zu erzählen. Aus meiner Sicht hat sie eine spannende eigene Perspektive auf das Thema Musik: „Ich glaube, ich wäre schon ein bisschen anders, wenn ich nicht Songs schreiben würde. Wenn ich nicht aufschreiben würde, was ich denke, was ich fühle, würde ich manche Dinge anders verarbeiten als ich es jetzt tue. Musik ist wie ein Begleiter in meinem Leben, sie war schon immer da. Sie ist wie ein Freund geworden.“ Und genau wie ein Freund, macht Musik Mut oder tröstet. Lieder schreiben hilft Sanja, ihre Gefühle auszudrücken und sich selbst klarer zu werden:

„Ich schreibe, um Gefühle festzuhalten, Geschichten nicht zu vergessen und mich selbst zu reflektieren. Schreiben ist meine Therapie und mein Tagebuch zugleich. Wenn ich mich richtig hilflos fühle, sind Stifte und Papier da, die mir helfen den Durchblick im Chaos des Lebens zu behalten. Es ist eine Konstante, der ich vertrauen kann. Ich erzähle nicht nur gerne Geschichten, sondern höre ihnen auch zu. Für Andere zu schreiben ist therapeutisch – für den Verfasser und den Empfänger. Wenn es Menschen schlecht geht, hören sie Musik. Wenn es Menschen gut geht, hören sie auch Musik. Die Worte der Musik verbinden Menschen. So oft habe ich in einer Konzertreihe gestanden und den Worten gelauscht und bin an einer Zeile hängen geblieben, weil sie mich so berührt hat. Dieses Gefühl inspiriert mich immer wieder aufs Neue, zu Schreiben. Für mich und für Andere.“

Worte heilen, Musik hilft zu fühlen

Songs lösen unterschiedliche Gefühle aus: Freude, Trauer, Ergriffenheit oder Spaß – sie berühren und bewegen. Doch was genau macht Textzeilen so interessant, dass wir sie rauf und runter hören? „Ich finde ein catchy chorus is key!“ (ein eingängiger Refrain ist wesentlich) Sanja klatscht dabei mit den Händen im Takt. „Wenn ich ein Lied höre und es danach singe, ist es ein gutes Lied gewesen. Zum Beispiel das letzte Lied auf einem Konzert: Wenn man es nach Verlassen der Konzerthalle noch singt, ist es ein gutes Lied.“ Nicht nur melodisch, sondern vor allem auch inhaltlich muss ein Lied überzeugen, so Sanja. „Was ein Lied interessant macht ist auch die Authentizität des Schreibers, indem seine Lieder eine Geschichte erzählen und das vermitteln, was er gefühlt oder erlebt hat.“

Melodie und Text verbinden sich zu einer Harmonie, die sich im Gedächtnis verankert und Freude erzeugt. Was aber wiegt mehr, der Klang oder der Liedtext? „Es gibt Lieder, die ich für das Experimentieren von Melodien schreibe und weniger für den Sinn meiner Worte. Doch wenn ich mich entscheiden müsste zwischen Text und Melodie würde ich Text nehmen. Wie schreibe ich einen Songtext? Durch Worte entstehen Bilder, die musikalisch festgehalten werden können. Wenn ich Texte meiner älteren Lieder lese erinnere ich mich an das Gefühl von damals. Das geht ganz ohne Melodie.“

Wie schreibe ich einen Songtext – der Schreibprozess beim Songwriting

Ein Song durchläuft von der Idee bis zum Ergebnis viele Stufen und ist immer unterschiedlich, niemals gleich. „Am Anfang steht die Idee. Manchmal sitze ich in der Bahn und hole schnell mein Handy heraus, weil mir eine Liedzeile eingefallen ist, die mein Gefühl gut beschreibt. Ein anderes Mal spiele ich Gitarre und ich finde Gefallen an einer Akkordfolge oder einer Melodie, die ich als Basis benutze für den Text.“

Gefühle zu verbalisieren, die sich als Liedzeile eignen, können bei Sanja in jeder Situation entstehen: „[…] auch mitten im Gespräch. Wenn ich etwas fühle oder erlebe, muss ich es zu Papier bringen und schreibe es erst mal auf. Aber mit der Gitarre zusammen kann sich alles noch mal ändern. Dann fange ich an zu fiedeln und baue darauf den Text auf.“

Der Textaufbau ist wichtig: Songtexte folgen, wie auch andere Textarten, einer bestimmten Struktur. Sie bestehen unter anderem aus Versen und Refrain, Auftakt, Bridge und dem Ende. Die Wirkung eines Songs hat damit aber nur in zweiter Linie etwas zu tun. „Ich denke nicht, dass die Struktur die Qualität eines Liedes bestimmt. Viel eher ist es doch die Wahl der Worte, die Kreativität und die Message, die den Zuhörer einnimmt. Ich glaube auch in gängigen Strukturen zeigt sich die Einzigartigkeit des Künstlers. Niemals schreibt ein Künstler auf gleicher Art und Weise wie der Andere. Nur weil im Radio 99,9% der Lieder aus einer ähnlichen Struktur bestehen, sind sie nicht langweilig oder uninteressant. Sonst würden sie wahrscheinlich nicht im Radio laufen.“

Wie gehe ich mit Schreibblockaden um?

Schreibblockaden lassen sich manchmal nicht vermeiden. Ob es die Themenfindung oder die Wortwahl ist, Kreativität fließt nicht immer frei. Sanja empfiehlt, sich dann auf etwas anderes zu fokussieren. Sie hat damit schon manche Schreibblockade überwunden. „Manchmal schreibe ich dann ein Lied, dass sich mehr auf die Melodie konzentriert, statt auf den Text, um mich davon abzulenken, dass ich gerade nicht sagen kann, wie ich mich fühle. Ich schreibe dann für andere und gewinne dadurch wiederum die Inspiration zurück. Wenn es mal nicht funktioniert, muss man sich das auch verzeihen können, das ist natürlich.“

Was Musik uns lehrt

„Ich habe zwei Instrumente gelernt, Gitarre und Klavier. Über beide Wege habe ich viel Theoretisches gelernt.“ Denn erst durch die Theorie entwickelt sich ein gewisses Gefühl für den musikalischen Prozess. Und genauso ist es beim Schreiben: Je mehr Basiswissen ich vom Texten habe, umso mehr schule ich mein Gespür für Text und Format. Und es gelingt mir gezielter, den Worten die nötige Aussagekraft zu verleihen.

Gefühle als Schlüssel

Das Gefühl ist der Schlüssel, so Sanja. Ob man nun Lieder hört oder schreibt – das Gefühl dient als Antrieb und Fundament, auch als Ziel. „Der Erfolg ist nicht entscheidend, man muss erst einmal auf sich selbst hören und seinen eigenen Stil finden. Das kann ein paar Jahre dauern.“ Sanja ist es wichtig, mit dem Herzen dabei zu sein und die Worte zu fühlen, um sie dann auch authentisch rüber zu bringen und den Zuhörern ein gutes Gefühl zu geben. Das entsteht nicht durch den Gedanken, dass man sich einen Namen machen will – man ist schon genug dadurch, dass man schreibt und ehrlich ist.“

Sanja Baumann und Maike Hartmann

Wie schreibe ich einen Songtext? Sanja Baumann und Maike Hartmann beim Wortezauber-Interview

Hier geht's zum Song Midnight Stars

Wie schreibe ich einen Songtext? Illustration zum Song Midnight Stars von Maike Hartmann

Mai 2019

Im Wortezauberwald

Wenn du diesen Ton hörst, bist du im Wortezauberreich angekommen. Hier begegnen dir gute Texte, magische Wörter, fesselnde Botschaften und beeindruckende Geschichten. Kleine Buchstaben, große Worte – starke Inhalte. Alles, was das Buchstabenherz begehrt. Aber Achtung: Diese Begegnung wird dich verändern. Und vor allem deine Texte! Willkommen.

August 2018

Das Abenteuer deines Lebens – die Heldenreise Teil 2 Bildrechte: Pixabay Erika Wittlieb

Das Abenteuer deines Lebens: Die Heldenreise Teil 2

Das Abenteuer deines Lebens hat gerade erst begonnen: Du bist im ersten Teil der Heldenreise in dein Abenteuer aufgebrochen und hast die gewohnte Welt hinter Dir gelassen. Jetzt stehst du neuen Menschen, Erfahrungen und jeder Menge Prüfungen gegenüber. Und du bist dabei, mit der Hilfe deines Mentors, die Qualitäten in dir zu entwickeln, die dir dabei helfen sollen, die aus den Fugen geratene Ordnung wiederherzustellen. Weiter geht’s – auf der Suche nach dem Schatz!

Matrix Trailer

Joseph Campbell: „Die Höhle, die Du zu betreten fürchtest, birgt den Schatz, nach dem Du suchst.“

Stufe 7: Vordringen in die tiefste Höhle, der Point of no Return

Nachdem Cypher sie verraten hat und Morpheus von den Agenten festgehalten wird, beschließt Neo, wieder in die Matrix zu gehen. Er hat seine Zweifel überwunden und weiß, dass er Morpheus das Leben retten kann. (Matrix ab 1:34:55)

Es kommt der Punkt, an dem du dich in die Höhle des Löwen vorwagen musst. Du siehst plötzlich zum ersten Mal, wie die Situation wirklich ist. Du erfasst das große Ganze. Du kommst deinem Gegenspieler nah, der ähnliche Fähigkeiten hat wie du aber quasi dein Negativbild ist. Zum Beispiel der Vater deines Ex-Mannes, der dich nie respektiert hat. Oder dein Vorgesetzter, dessen Spiel du auf einmal durchschaust. Du erkennst in dieser Phase auch Verhaltensweisen in dir selbst, die dich bisher von deinem Glück abgehalten haben, und die dich auf der Weiterreise scheitern lassen könnten. Zum Beispiel die Tendenz, zu zögern, es allen recht machen zu wollen oder dich zu verstecken. Aber in dieser Phase liegt auch der größte Schatz: Denn hier kannst du alle Informationen sammeln, die dir später helfen werden, die Situation für dich zu entscheiden. Aus der tiefsten Höhle gibt es kein zurück. Du bist völlig auf dich geworfen. Dadurch hast du aber auch die einzigartige Chance, die Qualitäten in dir zu entdecken, die nur du hast, um die Situation zu verwandeln.

Stufe 8: Die entscheidende Prüfung

Neo gelingt es, Morpheus zu befreien. Doch er selbst schafft es nicht, rechtzeitig aus der Matrix zu entkommen. Agent Smith steht vor ihm – von Angesicht zu Angesicht. Neo ist ganz auf sich gestellt, sie liefern sich einen erbitterten Kampf. (Matrix ab 1:54:24)

Diese Prüfung (der Entscheidungskampf) ist der maßgebliche Wendepunkt in der Geschichte, hier geht es um Leben und Tod – Hop oder Top. Nichts wird danach sein wie zuvor. Und je mehr du gelitten, geweint und gezweifelt hast, umso mehr kann diese Herausforderung dein Leben verändern. Du blickst dem Tod ins Auge. Und begegnest deiner größten Angst: Das erste Treffen mit deinem Ex steht an oder die Präsentation deines neuen Projekts. Dir schlottern die Knie. Aber du hast nur eine Chance: die Herausforderung zu wagen. Und wenn dir das gelingt, folgt danach:

Stufe 9: Die Belohnung

Neo hat sich aus dem Klammergriff von Mr. Smith befreit und ist ihm entkommen. Ihm ist gelungen, was bisher keinem gelungen ist. Und wird sich seiner Fähigkeiten immer mehr bewusst. (Matrix ab 1:58:19)

Du hast es geschafft! Der Jubel ist groß, und du erhältst deine Belohnung: die Beförderung, dein neues Leben. Vielleicht kannst du sehen, dass es nicht dein Partner war, der dich getäuscht hat, sondern du selbst. Oder du erkennst auf einmal, dass die Angst im neuen Job auch tief innen mit dir zu tun hat und gar nicht mit dem neuen Chef. Es ist ein Aha-Moment, der dich beschenkt mit dem Wissen über deine Talente und dafür, dass du sie für den richtigen Zweck und aus dem richtigen Grund eingesetzt hast. Von jetzt an geht es viel leichter. Du hast eine neue Lebendigkeit und Kraft in dir entdeckt, die dir nun unverschleiert zur Verfügung steht.

Stufe 10: Der Rückweg

Neo trifft erneut auf Mr. Smith. Der Agent erschießt ihn in der Matrix. Währenddessen steht Trinity an Neos realem Körper auf der Nebuchadnezza. Sie küsst ihn und gesteht ihm ihre Liebe. (Matrix ab 2:02:37)

Du begibst dich auf den Rückweg und es gilt, die neu erworbenen Geschenke sinnvoll in die alte Welt zu integrieren – zum Nutzen aller. Manchmal ist diese Phase noch einmal mit einem Verlust belastet: Im Film ist das oft der Moment, in dem ein geliebter Mensch geht oder sich zwei Liebende (vorübergehend) trennen. Der Held muss die gemachten Erfahrungen und die neuen Veränderungen fortführen und vertiefen. Und vom Alten ganz loslassen. Es ist vielleicht deine Entscheidung, das Kapitel mit deinem Ex-Partner ein für alle Mal abzuschließen und dich stattdessen zu deinem neuen Leben oder zum neuen Projekt zu bekennen. In jedem Fall durchläufst du einen kleinen Tod – etwas muss erst vollständig sterben, bevor sich das Neue in voller Pracht zeigen kann. Und dann machst du eine erstaunliche Entdeckung:

Stufe 11: Erneuerung, Verwandlung, Auferstehung

Trinitys Kuss und Liebesbekenntnis erwecken Neo wieder zum Leben und statten ihn darüber hinaus mit neuen Fähigkeiten aus. Er kann jetzt die Matrix durchschauen und sie für seine Zwecke nutzen. (Matrix ab 2:04:47)

Du erkennst, dass dir der Tod nichts anhaben kann. Sondern nur ein Teil deiner Persönlichkeit gestorben ist. In Stufe elf werden alle letzten Fehler und Fehlentscheidungen bereinigt – möglicherweise gibst du deinem Ex-Mann den Segen oder du vergibst seinem Vater. Du beziehst den Kollegen, der dir das Leben zur Hölle gemacht hat, mit ein. Es beginnt eine neuen Etappe mit neuen Werten. Aber diese Phase ist auch eine Fortsetzung des Veränderungsprozesses. Und es stehen nicht mehr nur dein Wohlergehen auf dem Spiel, sondern das einer größeren Gemeinschaft oder (Werte-)Welt. Stufe elf ist der endgültige Sieg des Lichts gegen die Dunkelheit. Und die besten Seiten deiner Persönlichkeit kooperieren mit den gelernten Lektionen.

Etappe 12: Die Rückkehr mit dem Elixier

Neo hat seine Aufgabe voll und ganz angenommen. Er spricht durch ein Telefon: „Ich weiß, dass ihr irgendwo da draußen seid. […] Ich weiß, dass ihr Angst habt […] vor Veränderungen. Wie die Zukunft wird, weiß ich nicht. Ich bin nicht hier um euch zu sagen, wie die Sache ausgehen wird. Ich bin hier, um euch zu sagen, wie alles beginnen wird. Ich werde den Hörer auflegen und den Menschen das zeigen, was sie nicht sehen sollen. […] Wie es dann weitergeht, das liegt ganz an euch!“ (Matrix ab 2:07:59)

Du hast das Problem gemeistert, das dir anfangs unlösbar erschien. Und du integrierst das Gelernte in dein tägliches Leben. Dadurch wird nicht nur dein Leben besser, sondern auch das von anderen. Du wirst vielleicht eine neue Abteilung gründen oder Deine Vision verwirklichen, …

… bis ein neues Abenteuer an deine Tür klopft!

Was ist die Moral von der Geschicht’?

Am Ende der Geschichte ist das Gleichgewicht wiederhergestellt. Geschichten sind Metaphern für Erlebnisse. Die Heldenreise bildet Reifungs-, Veränderungsprozesse und ureigenste Erfahrungen ab, die wir alle kennen. Als eines der ältesten und bekanntesten Erzählmotive, bietet sie ein narratives Grundgerüst für erfolgreiche Geschichten – und viele Hollywoodfilme, Bestseller, Songtexte bauen darauf auf. Wie Du in Teil 1 <verlinken zu Teil 1> gelesen hast, ist das Erzählen in Geschichten im Allgemeinen und die Heldenreise im Speziellen so wirksam, weil Geschichten „unter die Haut gehen“ und der Teil des Gehirns, der für Entscheidungen, Reaktionen und Handlungen zuständig ist, selbst in Geschichten denkt. Gibt es etwas Naheliegenderes, als genau das zu bedienen?

Wie du die Heldenreise für deine Texte nutzen kannst

Die Heldenreise macht deine Kommunikation erfolgreicher. Denn besonders im digitalen Zeitalter (content is king) erlaubt sie dir ansprechende, mitreißende Inhalte zu erstellen, die deinen Mitmenschen und Kunden echten Mehrwert stiften. Statt deine Leser oder Zuhörer mit belanglosem Blabla oder einschläfernden Fakten zu langweilen, kannst du mitteilen, was wirklich wichtig ist! Du kannst deine Geschichte erzählen (oder die deines Produktes beziehungsweise deines Unternehmens) und Menschen dadurch begeistern – ihnen neue Wege aufzeigen.

Verwandel das Abenteuer deines Lebens in Geschichten

Durch gutes Storytelling* bewirkst du, dass sich Menschen verändern können. Indem sie sich in deiner Erzählung wiederfinden und etwas daraus für sich mitnehmen. Anhand der Heldenreise kannst du – ganz praktisch – deine Blogartikel strukturieren oder du nutzt sie als Leitfaden für deine nächste Präsentation. Du kannst sie auch in der nächsten Coachingsitzung verwenden, um deinem Klienten zu helfen, sich selbst zu erkennen. Und wenn du kein kreatives oder berufliches Ziel damit verfolgst, hilft dir die Heldenreise dabei, besser einordnen zu können, wo du gerade selbst im Leben stehst. Wir befinden uns permanent auf der Reise! Und aus eigener Erfahrung kann ich Dir aktuell nur zurufen: Es lohnt sich! Denn hätte ich meine Abenteuerfahrt nicht angetreten, hätte ich vermutlich nie meine eigenen Stärken entdeckt und entwickelt. Ich wäre jetzt nicht hier und würde diesen Artikel schreiben. Hätte ich mich nicht aus meinem Kokon gewagt und echte Menschlichkeit und wahre Freundschaft erlebt. Ich wäre nicht die, die ich heute bin. Die Heldenreise wird dich daran erinnern, dass auch dieser Moment noch nicht das Ende deines Weges ist. Aber ob Du sie antrittst, ist ganz allein deine Entscheidung.

*Storytelling bedeutet nicht, unwichtiges Geschwafel oder einen Schwank aus Deiner Jugend zum Besten zu geben. Storytelling ist Erzählkunst. Und „eine gute Erzählung,“ so Gregor Adamczyk, „vermittelt nicht nur Erfahrungen und stiftet Sinn, sie setzt auf starke Reize und löst damit emotionale Reaktionen aus.“
Mach die Welt mit Deiner Erzählung ein bisschen besser!

Quellen und Tipps zum Thema Storytelling und die Heldenreise:

Gregor Adanczyk: Storytelling. Mit Geschichten überzeugen. (Buch)
Svenja Walter: Die Heldenreise. (PDF)
Die Heldenreise nach Joseph Campbell (Video)
Joseph Campbell: Der Heros in tausend Gestalten. (Buch)

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